Kunst im Kontraste

Die urigen Gemäuer des Kontrastes machen etwas her, vor allem auch als eindrucksvoller Rahmen für Ausstellungen. Eine Vielzahl von Künstler*innen aus nah und fern hat bereits Werke hier präsentiert, ganz nach dem Motto: Genuss von Kunst & Köstlichkeiten.

Aktuelle Ausstellung

Die beiden Künstler, die das Kontraste seit Anfang Mai mit ihren Werken bereichern, sind in Neumünster aufgewachsen und dann hinaus in die Republik gezogen. Nach langen Jahren kehren die Illustratorin Pani Agata und der Fotokünstler Lino Albrechtsen für die Ausstellung „Homecoming“ nun zurück und zeigen unseren Gästen ihre Werke.

Pani Agata: Kunst im Blut

Grafisch, spontan, laut, plakativ, dynamisch, kräftig und kontrastreich – Agata Hawro aka PANI AGATA (polnisch: Frau Agata) folgt keinem eindeutig einzugrenzenden Stil, liefert aber starke Schlagworte, die ihren Werken alle gemein sind. Die 38-jährige Wahl-Hamburgerin arbeitet hauptberuflich als Senior Designerin und genießt an ihrem privaten Schaffensprozess, dass er frei und ungezwungen ist: „Ich mag an meinen Arbeiten sehr, dass ich – anders als im Job – keiner Ordnung und keinem Raster entsprechen muss. Viele meiner Werke entstehen spontan und aus dem Flow heraus, ich lasse die Ideen auf mich zukommen.“ Ob gemütlich mit iPad auf dem Sofa und Musik auf den Ohren oder am Schreibtisch versunken, besonders gern arbeitet Agata Hawro digital und kreiert sehr lineare, grafische Bilder. Aber auch mit Stift und Papier wird sie kreativ: Insbesondere mit der sogenannten „One Line“-Technik, bei der ein Motiv mit möglichst nur einem Strich entsteht, bringt sie die schönsten Kritzeleien aufs Papier. 

Schaut man ganz genau hin, wird sowohl in den digitalen als auch analogen Arbeiten zwischen Klecksen, Strichen, Farben und Formen eines deutlich: Häufig lassen sich eindrucksvolle Gesichter erkennen, vor allem starke Frauenporträts, die die Betrachtenden mal fröhlich und mal ernst, aber immer unbeirrt mutig anblicken. 

„Noch bevor ich die ersten Wörter sprechen konnte, hatte ich schon einen Stift in der Hand und habe Papier und Wände vollgekritzelt“, erzählt die gebürtige Polin, der die Freude an kreativem Schaffen schon in die Wiege gelegt wurde, denn Kunst war in ihrer Familie immer Thema. Anfänglich arbeitete Agata als junger Mensch an Comics und veröffentlichte erste Werke in der Comic-Community. Während ihres Kommunikationsdesign-Studiums an der Muthesius-Kunsthochschule in Kiel änderte sich ihr Fokus jedoch: Ein Bild erzählte Geschichte genug. Ihr Stil wurde individueller, markanter und grafischer. Sie nahm sich stärker als Illustratorin wahr und gab sich einen passenden Künstlernamen. Dass dieser Weg ganz hervorragend gewählt wurde, kann man auf ihrem Instagram-Kanal, auf dem sie ihre Arbeiten hauptsächlich veröffentlicht, anhand einer bunten Vielzahl von Werken verfolgen:
https://www.instagram.com/pani_agata/


Lino Albrechtsen: Schöpferische Lockdown-Langeweile

Fotografie faszinierte Lino Albrechtsen schon früh: Als Jugendlicher kaufte er sich mit seinem Onkel auf einem Hamburger Fotoflohmarkt seine erste analoge Spiegelreflex. Über die Jahre kamen weitere Ausrüstung und einige andere analoge und digitale Kameras dazu. „Irgendwann wurden mir die vielen Wechselobjektive aber zu viel“, weswegen der freiberuflich tätige Designer/Projektleiter im Ausstellungs-, Messe- und Veranstaltungsbereich irgendwann fast nur noch nur die Premium-Kompaktkamera Fuji X100 nutzte. „Die Kamera verfügt über eine 35mm-Festbrennweite, womit die Möglichkeiten positiv eingeschränkt sind und die Arbeit mit ihr viel ansprechender ist und sich natürlicher anfühlt. Durch ihre Größe ist sie auch viel weniger aufdringlich als eine klobige Spiegelreflex.“ Dieser Aspekt wurde besonders wichtig, als der Wahl-Berliner im ersten Lockdown begann, gegen die Tristesse des neuen Corona-Alltags regelmäßig durch seinen Friedrichshainer Kiez zu spazieren und spannende Momente im ungeschönten Stadtleben zu porträtieren. 

Lino Albrechtsens Kunst entsteht nicht in einem Atelier oder am Schreibtisch, sondern unterwegs. Seine Kamera hat er deswegen immer dabei – ob beim Spaziergang, auf Konzerten, einer Demo oder im Urlaub: „Klar gibt es Motive, die man sich merken und mal wann anders aufnehmen könnte, aber oft sind es eben einmalige Situationen, die sich nicht wiederholen lassen.“ Bei seinen Streifzügen verfolgt Albrechtsen keinen festen Aufnahmestil, zu seinem fotografischen Repertoire gehören neben unverblümt rauen Reportage-Aufnahmen auch ganz klare, perfekt anmutende Architekturfotos oder malerische Landschaften. 

Die moderne Technik macht es möglich, dass der gebürtige Schleswig-Holsteiner seine Fotos direkt aufs Smartphone ziehen und dort feinjustieren kann. Die Kameraeinstellungen wählt Lino aber vorab schon so, dass anschließend kaum Postproduktion notwendig ist. Und dann ist es tatsächlich nur noch ein Fingertipp und er kann seinen Blick auf die Welt mit allen teilen:
https://www.instagram.com/linoalbrechtsen/.

Pani Agata & Lino Albrechtsen – Homecoming
Mai bis Juli 2022

Sie möchten Ihre Werke im Kontraste ausstellen? Dann melden Sie sich gerne!

Kontakt

Natalie Zahnow
E-Mail: natalie.zahnow@kontraste-nms.de
Telefon: +49 (0) 173 62 48 314